Ricotta Zitronen Tarte

Eine Tarte au Citron mache ich gerne an plötzlichen Schlechtwettertagen, weil die Wärme des Backrohrs und der Duft der Zitronen mich direkt fröhlicher macht.

  1. Backrohr auf 170 ° C heizen. 
  2. Zitronenfüllung
  3. Wir wollen als Basis einen knusprigen Mürbteigboden. Ob Du Zeit und Lust hast ihn selbst zu machen, nur selbst zu kneten oder den Teig fertig zu kaufen, auch fertig gebacken ist OK und bleibt Dir überlassen. No pressure. Ich mach es mal so mal so. 

Bei diesem Rezept spielt in jedem Fall die Füllung mit frischen unbehandelten Bio-Zitronen die Hauptrolle. Und damit die gut schmeckt achten wir beim Teig auf die nächsten Schritte etwas genauer. Nicht wie sonst bei mir, wo man mal mehr und mal wenig nimmt, und schaut was so da ist.

Ich mach Tarteböden gerne, und deshalb sind sie keine Anstrengung für mich. Wenn man etwas gerne tut, teilt man sich immer die Zeit so ein, dass es auch gut möglich ist.

Aber diese Aussagen von den AlleskönnerInnen mit Mürbteig “easy peasy” ist gleich gemacht …

Glaub das alles bitte nicht!

Und überhaupt: Gut kochen und backen darf dauern. Nur so können wir unsere Lebensmittel auch richtig schätzen, wenn wir ihnen den nötigen Respekt zollen und uns Zeit nehmen sie zu verstehen.

Ich hatte also die Tarte-Form mit Mürbteig ausgelegt, und mit der Gabel viele kleine Luftlöcher hineingestochen, 

(Muster oder ein bisschen Voodoo sind hier erlaubt. Kann entspannen oder befreien.)

den Teigrand einmal eingeschlagen, …

Dann folgten:

  • 30 min. im Kühlschrank
  • 25 min. blind backen
  • 10 min. ohne Bohnen
  • 10 min. auskühlen und Backrohr auf 140 Grad reduzieren
  • Teig mit 2 EL verquirreltem Ei bestreichen
  • 5 min. backen
  • 15 min. auskühlen

und jetzt ist der Mürbteig erst bereit für die Fülle …

Stimmt. Kann man abkürzen. Schmeckt dann halt auch so. Ist Geschmackssache, oder Prioritätensache. Wie man es nimmt.

Während all dieser Schritte, die mit einem Timer und dem Rezept im Blick leicht zu bewältigen sind, mache ich in Ruhe die Zitronenfüllung.

In einer größeren Schüssel die Eier und den Zucker verquirlen, 

Zitronenschale hineinreiben, Zitronen auspressen, und Saft einrühren.

Hier kommt es ein bisschen darauf an wo Du die Zitronen her hast. Ich beziehe seit letztem Winter direkt vom sizilianischen Bauern ohne Umwege. Diese Zitronen haben nicht nur eine unfassbar aromatische Schale, die jedes Gericht auf ein neues Level hebt, der Saft ist auch drei mal so ergiebig wie die Zitronen, die ich bisher im Supermarkt oder auf Märkten in Wien gekauft habe.

Das ist nun eben Gefühlssache, und ein Erfahrungswert wieviel Saft eine normale Zitrone so hergibt. 

Ganz zum Schluss rühre ich noch den Frischkäse vorsichtig ein.

Den Ricotta verteile ich über den Boden des abgekühlten Teigs mit einem Spatel. Erst jetzt wird die Zitronenfüllung vorsichtig hineingegossen. Am Besten nimmt man dafür einen Schöpfer (Suppenkelle).

Die Tarte au Citron 35 Minuten backen, bis die Füllung fest ist (Wackel-Probe mit Ofenhandschuhen).  

Nimm die Tarte aus dem Ofen und lass sie vollständig auskühlen.  

Tipp: Ich mache mir die Arbeit meist nur wenn Gäste kommen, und das weiß ich dann bestimmt 48h früher. Deshalb kann ich mir gut einteilen die Tarte einen Tag im Voraus zu backen, und im Kühlschrank aufzubewahren. Das hat einen großen Vorteil: Der Kuchen ist einen Tag vorher fertig. Check!

Nur die Pinienkerne, ich nehme lieber Zedernüsse, wenn verfügbar, kurz vor dem Servieren ohne Fett rösten darüber streuen. Vor dem Servieren noch mit Staubzucker bestäuben.

Das Rezept ähnelt auch der toskanischen Pasticceria der Torta de la Nonna sehr, von der es auch ungedeckte Varianten mit Ricotta gibt.

Egal wie wir sie nennen, sie ist ein mediterraner Zitronentraum, der uns direkt ans Meer versetzt, auch wenn wir auf Balkonien unseren Filter-Kaffee dazu trinken.