Erntetage: Karotten

Banal. Was gibt es zu dieser Wurzel, die einfach immer da ist, schon zu sagen? Das dachte ich mir vor 6 Jahren.

Ich habe es 2 Ernte-Saisonen nicht einmal geschafft, eine Handvoll Wurzeln zu ernten. Dabei war das, das Gemüse, das meinen Wunsch zum Selbstversorger-Gemüseanbau getriggert hat. Meine Oma hatte die besten jungen Karotten in ihrem Garten.

Wir sprechen also von dem orangen Wurzelgemüse mit einer süßen Pfahlwurzel und feinem Wurzelgrün.

Wieso kennt man die Karotte im Volkslateinischen unter carotta, im englischen, französischen und italienischen Sprachraum als carota und dann kommen Deutsche mit der #Möhre ums Eck? Das ist mir zu kompliziert. Aber ich denke, alle wissen jetzt von ich hier erzähle.

Und so war es auch mit den ersten 4 Ernten. Kompliziert, nicht wirklich erklärbar, und ein bisschen frustrierend. Im 5. Jahr lief es ein bisschen besser, und 2020 hatte ich es endlich heraus.

Es beginnt schon ganz früh in der Saison, und hier reden wir natürlich wieder von Bioanbau ohne Düngemittel. Anders als in einem Garten hat man am Feld allerlei Grün, das auch in der Erde wohnt und im Frühling seinen Weg nach oben sucht. Das Unkraut ist unverhältnismässig schneller und stärker, als die Karottensamen. Beim Jäten reißt man leicht die filigranen Jungpflanzen aus. Werkzeug? No way! Und diese Handarbeit habe ich mir 2 Stunden für eine Gemüsereihe von 3 Metern angetan.

Danach lief es wie am Schnürchen. Als die Gemüse Reihe Ende Juli bereits recht dicht bewachsen war, nahm ich mir nur das Karottengrün, das am stärksten und längsten war vor. Natürlich war in der Erde nicht immer eine ausgewachsene Karotte, aber oft. Und die war meistens Mittelfinger-dick. Also durchaus gut essbar und schmackhaft.

Anfang September hatten wir ein paar Regentage mit kühlen Nächten. Die Chance war also groß, dass das Wurzelgemüse leichter zu ernten war. Eine Grabgabel sollte trotzdem mithelfen. Vorsichtig vor der Reihe in die Erde gedrückt, und mit leichtem Druck Richtung Gemüse geschoben, heben sich Erde und Karotten gemeinsam nach oben. Der Rest kann wieder mit der Hand erledigt werden.

Und so hatte ich dieses Jahr zum ersten Mal wirklich eine schöne Karottenernte. Finanziell würde ich hier, anders als bei anderen Gemüsesorten, keine Ersparnis sehen. Die 3-4 kg Karotten hätten auch saisonal und regional in bester Bioqualität ganz sicher nicht die Welt gekostet.

Umkehrschluss: Bei Karotten auf keinen Fall beim Kauf auf Bio verzichten. Die Preisersparnis lohnt nicht Deine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.