Gartenernte: Rosmarin, der Alleskönner

Ein gscheites Essen beginnt bei mir mit frischen, regionalen und saisonalen Zutaten, und wird mit Gewürzen und Kräutern aus dem Garten oder vom Fensterbrett gekrönt.


Kein Wunder also, dass ich Kräuter liebe. Frisch sollten sie schon sein. Ich habe das Glück, dass Rosmarin super in meinem Garten wächst, gut überwintert, und auch optisch ein Highlight passend zu unserem Kopfsteinpflaster ist. Wenn die Büsche auch noch ihre helllila Blüten-Rispen neben dem Lavendelstrauch zeigen, bin ich ganz im Glück; ein schönes Paar!

Es gibt kaum etwas wo ich nicht Rosmarin, den Tau des Meeres, dazu verwende.
Bei Fleisch und Fisch, keine Frage.
Frisch gegrilltes Gemüse; sowieso.
Wok und Tajine; herrlich!
Aber jetzt hört des bei den Meisten auf. Schade eigentlich. Denn jetzt wird es interessant.
Eine Bitterschokolade Tart mit in Salzblüten eingetauchter Rosmarin hat mir schon viel Lob bei Einladungen gebracht.
In meinem Kräuterwasser, das ich ständig mit mir herumtrage, fehlt fast nie ein Rosmarinzweig.
Selbstgemachtes Wassereis oder Sorbet lieben eine leichte Rosmarinnote.
Erdbeerdesserts, Zitronencreme und Joghurtdressings auch.

Kalte Suppen kann ich mir ganz schlecht ohne dieses Aroma vorstellen.
Aber auch als Dekoration sind die stabilen Zweige super zu verwenden, weil sie nicht brechen, wenn sie geformt und gebogen werden. Man kann ganz leicht kleine Kränze machen. In Steckschwämmen halten sie ewig. In Blumensträuße zaubern sie ein helles Grün, das nicht aufdringlich ist. Gerade mit Rosen harmoniert das wunderschön.
Und wenn man sein Essen aufpeppen will klappt das genauso gut. Wenn Du bei einem frisch geernteten Zweig 2 Drittel des Grüns hinunter rebelst, hast Du den perfekten Grillspieß. Das Rosmarinöl dringt in das Fleisch oder Gemüse, und das übrige Grün sieht zauberhaft an der Spitze aus.
Im Winter hilft ein Zweig als Tee mit Honig Wunder gegen Halskratzen und Husten,
Was ich noch nicht selbstgemacht habe, aber auch schätze: Rosmarinöl in Kosmetik.

Rosmarin ist der Nachhaltigkeits-King schlecht hin. Ein Zweig sollte in jedem Zero-Waste Logo vorkommen. Wenn ich nur daran denke wie Holzstäbe meistens produziert werden.
Und gerade liegt ein feines Holzbrett mit gehacktem Rosmarin und Salz auf meiner Arbeitsfläche, und der Duft erfüllt den ganzen Raum. In kleine Gläser gefüllt, ein willkommenes Gastgeschenk. Wo wir dann auch bei der Symbolik landen.

Rosmarin steht für Freundschaft und Wiedersehen. Wie kann man also nicht Rosmarin in seine Geschenke einbinden? Und er soll unter anderem Mut und Selbstbewusstsein steigern. Das könnte ich sowieso immer gut gebrauchen. Zwei Eigenschaften, die mir nicht in die Wiege gelegt wurden.
Ja, ich bin bekannt für Overthinking, aber ich liebe das. Und wär ich nicht so, würde ich solche Details weder sehen noch schätzen.
Lass es Dir gut gehen, und denk an mich, wenn Du das nächste Mal einen Rosmarinzweig in Händen hältst.