Erntetage: Tomatillo Anbau in Wien

Vom Winde verweht, kann bei Tomatillo Samen gut möglich sein.

Die winzigen Samen sind sehr robust und keimen recht unbekümmert.
Ende Mai, Anfang Juni ist beim Unkraut jäten Vorsicht geboten. Es könnten sich Schätze der Natur darunter befinden. So bei mir im letzten Sommer.
Ich habe ja keine Ahnung von Pflanzen. Ich esse nur gerne gut, und baue deshalb meine Gemüse selbst an. Nach vier Saisonen bekommt man im Frühjahr dann doch Routine und erkennt das eine oder andere Unkraut. Man weiss auch wie Baby-Disteln aussehen, und dass sie sofort entfernt werden sollten sobald man sie mit freiem Auge erkennen kann, da sie unglaublich robuste Wurzeln bilden, die es zum einen schwer machen, die Pflanze auszureißen ohne dabei das zart wachsende Gemüse zu beschädigen, und zum anderen sind sie Wasserräuber. Kleine Tomaten Pflanzen sind sehr leicht zu erkennen, auch Ringelblumenblätter. Aber es gibt natürlich unzählige 1cm große Pflänzchen bei denen ich nicht einmal raten kann.


Ich befragte also bei 3 Pflanzen Menschen, die wirklich pflanzenkundig sind, unter anderem meine Parzellenvermieterin. Es gab 2 Ideen. Zuerst Sonnenblume, dann im nächsten Stadium bei etwa 5 cm Größe: eine Andenbeere, nämlich Schönbrunner Gold. Die wird gerne auf unserer Anlage als Jungpflanze eingesetzt, und es wäre naheliegend gewesen, dass ich auf meinem Stückchen Erde welche hätte. Die Erdkirsche Molly (auch eine Physalis) verbreitet sich bei uns wie Unkraut, also alles durchaus möglich.
Bei einer Höhe von 30 cm und den ersten 1cm großen gelben Blüten war klar, das war es alles nicht. Die Pflanzenfamilie war zwar richtig, aber es wuchsen an 2 Stellen Tomatillos. Ich war ja schon ob der Tatsache begeistert, dass auf meiner Selbsternte-Parzelle eine Tomatillo Pflanze wächst. Nur so, um mir das anzusehen. Als sich dann die ersten Lampions zeigten, konnte ich es schon gar nicht glauben. Da ich nachgelesen habe, dass sie in unseren Breiten meist nicht reif werden, und wenn überhaupt erst im Oktober, dachte ich über den Verzehr und Genuss der Früchte gar nicht nach.

Dann wurden Mitte August die ersten Früchte reif. Grüne Tomatillos sind erntereif, wenn sie die Hülle fast ausfüllen, diese trocken ist und aufplatzt. Eine Aufgabe, die auch ein ungeschultes Auge hinbekommt. Also habe ich an einem Abend ein halbes Kilo (500g) geerntet, nachdem ich gefühlt 50 Green Salsa – Rezepte gelesen habe. Es gab im Grunde 3 Varianten.
Raw Salsa, Kompott oder die spicy Einkochmethode.
Ich probierte erst mal die rohe Variante, weil ich ja nicht genau wusste wie eine Tomatillo überhaupt schmeckt.
Ja, ich hatte schon mal Salsa bei mexikanischen Gerichten dabei, aber das war immer grüne Marmelade mit scharf. In Mexiko selbst war ich nie, also kannte ich kein Familienrezept. Aber das ist eine andere Geschichte. An der Rezeptfassung feile ich noch. Aber eines kann ich Dir versprechen: Einen Versuch ist eine Pflanzung auf jeden Fall wert. Anfang Juni ist ein super Zeitpunkt.


Wenn Du mehr über Tomatillos lesen möchtest, hier noch eine Auflistung an englischen und spanischen Begriffen, die ich während meiner Suche gefunden habe:
Das eigentliche Wort der Azteken für die Tomatillo war miltomatl.
tomate de cáscara, tomate de fresadilla, tomate milpero
husk tomato (Hüllentomate).

Und jetzt hoffe ich, dass auch heuer wieder ein Pflänzchen den Weg aus der Erde in die Sonne findet. Bis dato habe ich noch kein verdächtiges Blatt gesehen.
Mehr über meine aktuellen Feldfortschritte findest Du mit Bildern und Stories unter: #heyseason5

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