Nicht vegan, aber mit Herz

Lavendelernte im Garten ... | vanportraitkitchen.com

Ich bemühe mich mein ganzes Leben lang nicht anderen auf der Tasche zu liegen, und niemandem absichtlich zu schaden; nicht Menschen, nicht Tieren und auch nicht dem Staat. Ein genussvolles Neben- und Miteinander ist mein Ziel.

Es war ein Prozess der mit etwa 12 began, und nie aufhörte. Erinnert werde ich ständig an die Fehler, die ich mache, weil ich es noch nicht besser wusste. Das ist anstrengend. Deshalb spreche ich kaum mehr mit jemand über die Themen, die mir am Allerwichtigsten sind. Ich informiere mich im Netz und folge guten (sympathischen) Beispielen/Menschen, die nicht mit dem Finger auf andere Leute zeigen, sondern positive Lösungen anbieten, die in einem durchschnittlichen Alltag in Mitteleuropa gut realisierbar sind. Wenn ich manchmal bei ZeroWaste-Accounts genauer hinsehe, frage ich mich wie diese Menschen in der Großstadt ihren Alltag finanziell bewältigen können. Erst einmal Gratulation! In Wien muss das in etwa ein durchschnittliches Nettomonatsgehalt von 4-5.000 Euro sein bei einem maximalen Arbeitsaufwand von 30 Stunden, um diesen Lebensstil auch zeitlich berechnet ehrlich führen zu können; also eher weniger Durchschnitt. Mir geht es nicht schlecht, aber das ist weit entfernt von dem was in meinem Leben regelmäßig möglich wäre. Deshalb bleibe ich bei meinen, gar nicht so bescheidenen Möglichkeiten, über die ich ja auch schon öfter geschrieben habe wie z.B. zu meinem 2018-er Thema #achtsamdurch2018 (hier).

vk-office-lunch
#officelunch – schmeckt kalt und warm

Eine meiner ersten Lektionen, als ich einen ganz frischen Familienhaushalt hatte, war: Finger weg von lustigen Servietten und Demos, die Du nur einmal verwenden kannst. Teuer, viel zu teuer. Und welche Papierserviette kann eine gestärkte Stoffserviette ersetzen, die man auch weitervererben kann, wenn sie aus einem gescheiten Stoff war. (Sagt jemand, der sich sein Leben lang mit Druck beschäftigt.) Eine andere Lektion war die Zeit, die ich mit meiner heranwachsenden Tochter verbringen durfte. Aus Müll bastelt sich’s am Besten. Deshalb mache ich mir zu Weihnachten nicht so einen riesigen Kopf um Verpackungen. Denn ich recycle praktisch alles wieder. Bänder sowieso, und Schachteln auch. Wenn nicht als Schachtel dann das bedruckte Papier. Diese Anhänger z.B. entstanden direkt danach, nachdem die Kekse aufgegessen waren.

Die Mülltrennung hat in unserer Familie immer herrlich funktioniert, und so hatten wir immer im Überblick, ob es Potenzial für Überlegungen gibt, etwas zu verändern, was immer recht schnell umgesetzt wurde. Da muss ich auch sagen, dass das Mitten in Wien leichter funktioniert, als am Land, wo Events wie Kleidertausch und Themenflohmärkte nicht so sehr an der Tagesordnung stehen.

#VKgoesFarmersLife

Die Entscheidung, eine Selbsternteparzelle jährlich zu mieten und mein Gemüse im Sommer selbst anzubauen, war eine solche. Die fünfte Saison beginnt im Mai und ich freue mich jetzt schon riesig drauf. Vertrag unterschrieben, und Gebühr bezahlt. Das ist quasi mein wichtigster Urlaubsschein und Countdown jährlich. Während andere mit Cluburlauben in ihren Instastories wacheln, freue ich mich auf 35 Quadratmeter Erde am Berg in Hietzing. Urlaub im Ausland ist super, auch ich habe schon 2 Fixziele 2019, aber nicht auf Kosten meiner Ernährung, und dieses Argument höre ich viel zu häufig. Und deshalb werde ich nicht müde über meine tollen Erfahrungen mit Selbstanbau zu berichten. Rund 200 Euro für eine Saison bestem Bio Gemüse, gewachsen in einer der schönsten und grünsten Gegenden im Westen von Wien. Täglich frisch vom Feld auf den Teller von Mai bis Oktober, und im Winter ab und an ein GemüseCreme-Supperl oder Mangold-Strudel aus dem Tiefkühlfach.

Mehr auf Instagram mit +300 Beiträgen der letzten Jahre: #vkgoesfarmerslife)

Erntetage 2018 | vanportraitkitchen.com - Wiener Foodblog
Ernte von einem Abend im Juli

Erntetage 2018 | vanportraitkitchen.com - Wiener Foodblog

Wie lief es mit meinem Neujahrsvorsatz 2018 war ‚kein Schweinefleisch‚ mehr?
No Religion Thing.

Zu schlimm war die Auseinandersetzung mit dem Elend der lieben Tiere. Auch wenn ich bio, regional, mit Siegeln und vor allem wenig gekauft habe, blieb mir in den letzten Monaten jeder Bissen im Hals stecken, und ich dachte ständig nur an die kleinen Babyschweinchen, die elendig neben ihrer Mutter verrecken, weil die in einem Normkäfig, der alle österreichischen Kriterien erfüllt, eingesperrt ist. Nur eines der Beispiele, die mich unsere Intelligenz und noch einiges mehr hinterfragen lassen. Würden alle, die das auch furchtbar finden, nächste Woche im Supermarkt kein Schweinefleisch mehr kaufen, würde das im Supermarkt in der Wochenstatistik ganz schön für Aufregung sorgen, und was nicht verkauft wird, wird nicht mehr geordert. Klingt jetzt mal gar nicht so schwer. Ich entferne die Rezepte mit Schwein hier nicht, weil das jeder für sich selbst entscheiden muß, aber ich versuche es nicht mehr essen. Ja, ich vermisse Rohschinken im Sommer sehr, und auch Salami.

Hab ich Schweinefleisch 2018 gekauft? Nein, aber ich habe für mich vereinbart, dass ich ab und an Wildschwein esse. Allerdings waren das im ganzen Jahr 2 Gerichte und eine kleine Wildschwein-Salami.

Gegessen? Ja, 2x bei privaten Einladungen.

Aber so geht es richtig gut, und eine vegane Lebensweise ist für mich zur Zeit nicht relevant. Noch genauer hinzusehen, uns sich nicht von positiven Slogans in die Irre führen zu lassen, daran muss ich 2019 definitiv noch arbeiten. Da ist jede Menge Luft nach oben. Einer der besten Film-Tipps dazu ist Tomorrow – Eine Welt voller Lösungen. Positiv, ansteckend und regt zum Mitmachen an.

Und vielleicht erinnert mich jemand diesen Sommer, dass Radicchio im Winter nur wächst, wenn man sich im Juli drum kümmert. Danke im Voraus! Also mach ich jetzt mit Gekauftem eine Tart. Tipp: Schmeckt auch kalt am nächsten Tag.

Radicchio-Tart Rezept

 

 

 

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