Erntetage 2017

Es war ein Super-Sommer. Im Allgemeinen, und auch auf unserer Selbsternte Anlage.
Nach 2 Saisonen Übung war die Aufregung weg, und dank meiner Foto-Dokumentationen von den vorigen Jahren- nach Monaten sortiert – konnte ich immer wieder auf die Erfahrungen und Fortschritte zurückgreifen.


Jetzt am Ende der dritten Saison kann ich selbstbewusst sagen: es hat geklappt.


Das Wetter bot keine wahnsinnigen Überraschungen, im Gegenteil, der regelmäßige Regen machte mir 2017 meine Planung deutlich leichter. Da ich im Herbst 2016 einen zusätzlichen Bürojob in der Wiener Innenstadt annahm, war gute Organisation des Alltags gefragt. Ich wollte alles unter einen Hut bringen. Und meine Ernährung sollte nicht zu kurz kommen. Ja, es ist zeitaufwändig. Ja, man opfert einen grossen Teil seiner Freizeit. Aber ist es ein Opfer, wenn man sich für gesunden Lebensstil entscheidet? Für mich nicht. Es ist schlicht und einfach eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muß. Die Kostenfrage ist auch kein Argument. Mit meinen 180€ Miete für die 31qm Parzelle pro Saison habe ich nicht nur von Juni bis Oktober immer ausreichend frisches Gemüse, sondern auch das Tiefkühlfach für die Wintertage gefüllt, und an Familie und Freunde jede Menge Gemüsekörberl verschenkt. Ich denke, dass jede Milchmädchen-Rechnung ergeben wird:

Man spart sogar richtig viel Geld.

Alleine meine Fisolen-Ernte machte unzählige Kilogramm aus. Ein kurzer Vergleich unlängst im Supermarkt für die gleiche Sorte, auch Bio und auch aus Österreich: 300g für 3€ während der regionalen Ernte-Saison. Nur, dass die tagelang in Plastik gelagert waren. Auch ein kleiner Nebeneffekt, den ich sehr zu schätzen gelernt habe. Da ich in einem Einfamilienhaus die genaue Kontrolle über den Müll habe, sehe ich wie viel weniger Müll wir wöchentlich produzieren, weil die vielen Lebensmittelverpackungen wegfallen. Es ist ein kleiner Beitrag, aber mein persönlicher, der mich ein bisschen ruhiger schlafen läßt.
Was mir im ersten Jahr noch nicht so gut gelang, klappt mittlerweile hervorragend: Man muß sich schon darauf einstellen, das zu ernten und zu essen was gerade reif geworden ist. Das bedeutete in meinem Fall zum Beispiel, dass es ab Mitte August keinen grünen Salat mehr gab (schlicht aus Platzgründen), aber verschiedenste Sorten Paradeiser und Gurken. Für mich kein Problem. Kochbücher machen auch nur mehr bedingt Sinn, da man ja täglich auf dem Feld seine Entscheidung trifft, was auf den Tisch kommt. Für mich, und die, die ich bekoche ist das OK. Und so funktioniert es auch gut.


Ja, natürlich bin ich nicht wochenlang im Sommer weg. Das ist auch ein Widerspruch in sich selbst, einerseits einen Mietvertrag von Mai bis Oktober zu unterschreiben, und dann die halbe Zeit nicht da zu sein. Was man dabei auch nicht vergessen sollte: Es geht nicht nur darum, dass man eine Gebühr entrichtet hat, und dann machen kann was man will. Man hat auch eine Mitverantwortung seinen 90 Parzellen-Nachbarn gegenüber. Unkraut vermehrt sich, Schädlinge breiten sich aus. Auf das Verantwortungsbewusstsein anderer Menschen kann man auch auf einer ökologisch geführten Ernte-Anlage nicht zählen. Das ist ein Fakt, den man zur Kenntnis nehmen muß, ähnlich wie in Schrebergarten-Anlagen, und überall dort wo viele Menschen gemeinsam ihre Zeit verbringen.

Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass ich ohne mein Stückchen Gemüsehimmel auskommen soll, und freue mich schon jetzt auf Mai 2018, wenn es heißt:

Saisonstart

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