Erntetage: Zucchini

Bei meinem letzten Erntetage Post hatte ich ja mein Hoppala mit der Pflanzenverwechslung im letzten Erntejahr schon zum Besten gegeben. Noch einmal passiert mir das nicht, würde ich nicht laut sagen, denn wer weiß …

 

Zumindest diese Saison habe ich meinen 4 Zucchini Kernen je einen Meter Durchmesser angedacht, und gehofft, dass 2 Kerne aufgehen.
Wenn es dann auch noch eine gelbe Zucchinipflanze werden würde, wäre die Saison schon gerettet gewesen. Bald sah es so aus also ob 4 Pflanzen Lust darauf hätten zu wachsen. Immer noch skeptisch. Es standen ja noch die Eisheiligen, und der eine oder andere Hagel aus. Es passierte nichts Schlimmes. Alles gut. Besser als gedacht sogar.

Die Kürbisse ranken im Juni fröhlich am Längsrand der Parzelle entlang mit kleinen Zaunhilfen und Bambusstäben, und die Zucchinipflanzen zeigen ihre ersten Früchte! 2x grün, 2x gelb. Optimal! Wenn also eine keine Lust mehr hat, habe ich immer noch für 3 Familien Zucchini diesen Sommer, Herbst und im Tiefkühlfach dann auch für den Winter. Alles gut soweit. Und dann kam der erste Juli Regen und danach eine sehr schwüle Phase. Und schon ist man wieder unzufrieden. In meinem Fall eher überfordert.

Jeden Tag zur Selbsternte-Parzelle zu fahren, und sich um das Gemüse kümmern, Schädlinge loswerden, ernten, und dann und wann auch gießen, und das alles am Besten zu verschiedenen Tageszeiten ist eine Herausforderung. Da beneide ich Parzellen Mieter, die einen Partner haben, dem die Qualität der Nahrung gleich viel Arbeit wert ist. Bei manchen ist es auch eine Freundin, die auch gerne gut isst.

Ich kann mich heuer gar nicht beschweren, denn ich habe jemand, der ab und an zum Ernten kommt, und mir auch in Gießnot hilft. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich. Ich hatte ja im Vorjahr, Gemüse Inserate geschalten, Facebook-Freunde angeschrieben, die Familie und Verwandte angerufen, und versucht mein Gemüse im Juli und August zu verschenken. Das war so ein zusätzlicher Terminstress und so eine Bettelei, dass ich diese Saison gut und gerne darauf verzichte. Denn: Nein, ich liefere das Gemüse nicht vor die Haustür an Menschen unter 70, die völlig gesund und mobil sind, und dann auch noch wenn möglich nur dann, wenn es gerade passt oder am Speiseplan steht. Schon komisch, was man alles über Menschen lernt, wenn man ein neues Hobby hat. Obwohl Hobby ist es ja keines.

Ich möchte bloß was Gescheites essen, regional und bio, ohne lange Transportwege, und ohne schlechtes Gewissen, dass jemand um einen Hungerlohn im Akkord bei Affenhitze das Gemüse geerntet hat, dass ich dann in Plastik verpackt im Bio-Markt zu Apotheker Preisen kaufe. Und schon sind wir bei der Ursprungsidee 2014, als ich mich gefragt habe:

Ist BIO so schwer, und muß es so teuer sein?

Nach drei Saisonen, weiß ich, dass das nicht am Gemüse liegt. Mein Ertrag ist so unglaublich, dass ich die 180,- Miete für die Parzelle pro Saison (Mai-Oktober) 10x mit der Ernte drin habe. Außer bei Erbsen. Nicht meine Freunde, aber das ist eine andere Geschichte.

Was habe ich nun mit den unzähligen Zucchini gemacht? Viele frisch geerntet gegessen, ein paar verschenkt, und den Rest mit dem groben Hobel auf meinem KitchenAid in Schnipsel verarbeitet. Letzten Sommer war es ein Test, ob man die rohen Zucchini Schnipsel tiefkühlen kann, und bei Bedarf für Pasta, Sugo, Puffer etc. im Winter verwenden kann. Ging problemlos, und war wirklich gut. Deshalb hier mein erprobter Erntetipp:

Zucchini Schnipsel für den Winter

Das Gemüse mit einer Bürste unter fließendem Wasser abschrubben, die Enden abschneiden, längs vierteln und großzügig den Kernanteil mit einem Messer entfernen. Das ist nämlich der Teil der Frucht, der dann alles verwässert, und obendrein nach nichts schmeckt. Hab ich mal vom Herrn Lafer in einer Kochsendung gelernt. Er hat recht. Ich habe eben für meinen Mixer einen Zerkleinerer-Aufsatz. Das geht wirklich Ratz-Fatz. Aber ehrlich gesagt würde es auch keine Stunden mit einer händischen Reibe dauern.

 

Hat man wenig Platz im Tiefkühler nimmt man Tiefkühlsäcke und schüttelt die Schnipsel so, dass sie flach im Tiefkühlfach frieren. So kann man Unmengen aufeinander gestapelt für den Winter konservieren. Ich habe so hohe Tiefkühlregale, dass ich kleine Plastikkübel, die daheim immer vorrätig sind, und nie weniger werden, gut im Tiefkühler stapeln kann. Das dauert dann aber auch länger beim Auftauen. Deshalb vielleicht kurz vor dem Einfrieren an die Kochgewohnheiten und Portionen denken.

Viel Spaß beim probieren. Und hier noch ein paar Rezeptideen für die nächsten Wochen: Im Sommer

VanportraitKitchen goes Farmers Life

Unter meinem Hashtag #VKgoesfarmersLife ist mittlerweile eine stattliche Sammlung mit über 250 Gemüse- und Erntefotos auf Instagram zusammengekommen (click). Hier findest Du fast jeden Tag neue Infos, und in den Instagramstories nehme ich Dich oft mit live Videos auf meine Gemüsefeld mit.

 

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