4. Foodcamp. Taste and Talk Edition 2015 in der Marktwirtschaft

Wie wird ein Artikel einer Veranstaltung gerecht, die von der Begrüßung bis zum Abschied perfekt war? Im letzten Jahr habe ich darüber geschrieben wie ich mit dem Foodcamp mitwachse, heuer ist mir das Niveau eindeutig über den Kopf gewachsen. Obwohl ich vom Frühstück bis zum Abendessen jede Minute genossen habe, die ich mit dabei sein durfte, drängt sich mir doch der Verdacht nach so einem Tag auf, dass ich noch ganz am Beginn stehe was den Umgang mit Lebensmitteln betrifft, genauso wie beim Kochen, oder bei dem Thema ‚Wir machen jetzt einfach, und stampfen mal so ein perfektes Foodie Paradies für Wien aus dem Boden.‘ Das Foodcamp ist für mich einer dieser Great Moments in meinem Leben. Und dabei fällt mir ein Satz von Ingrid Thurnher ein, den ich in diesem Zusammenhang kürzlich aufgeschnappt habe, man möge sich aus der Twitter und Social Media Blase hinausbewegen und das echte Leben verfolgen.

Foodcamp 2015 | VanportraitKitchen - Wiener Foodblog

Echt und gut ist für mich, was mein Leben lebenswerter macht. Das hat meistens etwas mit guten Lebensmitteln zu tun und Orten wo eben solche zubereitet werden, und Veranstaltungen wie das Foodcamp. Würde ich nicht in meiner Social Media Blase leben, hätte ich Niemand von diesen tollen Menschen, die nicht selten meine tägliche Inspiration sind, kennengelernt. Ob Katharina Seiser, Nina Mohimi, Kevin Ilse, Roman Sindelar, Toni Kögl, Peter Putzer, um nur ein paar Namen zu nennen, die ich gerne am Foodcamp treffe, und die ich nicht kennengelernt hätte und so auch nicht ihre Arbeit und ihre Leidenschaft. Und umgekehrt freue ich mich natürlich auch, wenn mich jemand in einem voll besetzten Saal nach einem Jahr sucht um mir ein Kompliment zu machen, wie Nikky von Kitchenstories. Am Foodcamp treffen sich Menschen jährlich, die für echten ehrlichen Genuß leben, die den Wert von Handwerk und Qualität schätzen, und denen es auch Zorn und Tränen wert ist, wenn sie an 99% der Schweine denken, die nie die Möglichkeit hatten einmal im Galopp über eine Wiese zu rennen. Da stellen sich nicht Menschen vor ein Publikum um einen Vortrag darüber zu halten wie toll sie sind und was sie besser machen, damit Du Dich danach noch kleiner fühlst, weil Hashtag #girlboss einfach nicht Dein Ding ist. Obwohl Girlboss und ‚Makers gonna Make‘ wieder eine neue Dimension für mich angenommen haben, wenn ich an die Organisatorinnen Nina Mohimi und Dani Terbu denke. Denn die Foodblogger-Konferenz fand in der, ein paar Tage zuvor eröffneten, Marktwirtschaft statt. Diese beiden Frauen haben es echt drauf, sich nach dem Foodcamp hinzusetzen und sich wieder komplett neu zu erfinden bis zum nächsten Jahr. Die Location, an der die beiden nicht ganz unbeteiligt sind, wurde in Funk, Fernsehen, Print und Online hochgelobt und ich kann sagen, dass ich, trotz der hohen Erwartungen, die ich durch den Medienhype hatte, mit offenem Mund da stand, und wirklich fasziniert von dem Food Concept Store bin. Aber nicht nur der Veranstaltungort war neu auch das Veranstaltungs-Konzept. Die Taste & Talk Edition 2015 verzichtete auf Workshops und verschiedene Gruppen in einzelnen Veranstaltungsräumen. Ein moderiertes Programm leitete die Veranstaltungsteilnehmer durch den Tag.

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Foodvie Flatlay| VanportraitKitchen - Wiener Foodblog

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Ein gesunder Mix aus Vorträgen im Wechsel mit Kleinbetrieben und Produzenten, die sich in den Pausen dem interessierten Gast präsentierten und zu Verkostungen und Einkäufen einluden. Da lernte ich die Geheimnisse von Pona kennen, die ich noch als Das kleine Extra vorstellen werde. Sogar die Vortragsthemen passten zur jeweiligen Tageszeit perfekt. Am Foodcamp hörst Du bewegende Geschichten auf der Bühne, die Dir manchmal einen Seufzer der Erleichterung verschaffen, weil jemand mit Mikrofon das ausspricht wofür Du verzweifelt in Deinem Alltag leise kämpfst und oft nicht verstanden wirst. Da stellt sich ein gstandener Bäcker mit dem Titel ‚Brot. Mehr brauchen wir nicht.‘ hin und 10 Minuten später weißt Du, er hat sowas von recht. Er weiß es sowieso schon längst, und würde auch im nächsten Leben nur eins wollen: Bäcker sein. Von so jemand möchte ich Brot kaufen, und fühle mich bestätigt, dass ich lieber kein Brot esse, bevor ich Backshop-Ware kaufe. Du lernst viel über Dich selbst und bekommst neue Impulse und Denkanstöße, auch zwischen den Zeilen. Gut, dass mit den Platztellern habe ich absichtlich überhört, obwohl ich Annette Ahrens‘ Vortrag über die Geschichte der Tischkultur wirklich genossen habe. Aber ich liebe Platzteller, schon aus praktischen Gründen. Sehr bewegt hat mich Birgit Farnleitners Vortrag ‚Back to Food‘. Fragen wie ‚Was sollen wir noch essen?‘ Grundsätzliche Überlegungen zu Ethik & Werten, die einen roten Faden zum Tagesthema Tradition bildeten. Denkanstöße, ob vegane Lebensweise im alpinen Raum die Lösung ist, und ob man sich nicht öfter die Frage stellen möchte, wo unsere Produkte zu Hause sind. Kann es richtig sein, dass wir prozessierte Produkte als Ersatz in uns hineinstopfen oder sollten wir nicht einfach darüber nachdenken, dass Respekt vor allem Leben am Teller beginnt?

Nicht Verzicht, aber Genuss: Back to Food

Iss Deine Banane weiter, aber als Delikatesse.

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