Sisi Pomeranzen, ein steiniger Weg zur perfekten Marmelade

Mein Fiebertraum. Besser bekannt als Seville Orange Marmalade oder Bitter-Orangen Marmelade.

Sisi Pomeranzen Marmelade | Wiener Food-Blog

Schwer zu bekommen, da echte Pomeranzen recht selten sind. Das bemerkte ich spätestens nachdem ich nach vielen Jahren ‚meine‘ Marmelade fand. Selbstverständlich aus England und Thick Cut von Duchy Originals. In Wien sowieso schwer zu bekommen und dann auch noch ständig ausverkauft, weil nun mal nicht endlos produziert werden kann. Auf Vorrat kaufen hilft nicht viel, weil nicht endlos haltbar und ich die Marmelade alleine, und das nur maximal 2x wöchentlich, esse.

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Dann lernte ich Katharina Seiser von Esskultur, und ihr schier unendliches Wissen über Zitrusfrüchte kennen (mehr hier: click). Die Aussicht auf Bio Seville Orangen aus dem Schönbrunner Schlosspark in Wien ließ mein Herz als Sisi Fan höher schlagen.

Und tatsächlich war es diesen Jänner so weit: Ich durfte 3kg Pomeranzen im kleinen Feldgarten hinter der Hesperiden* Statue kaufen.

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Eine Woche später war klar. Was immer ein Glas gute Bio Seville Orangen Marmelade kostet, ich würde es bezahlen. Wer meint, dass 6 Euro für ein Glas zu viel ist: Try it!

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Meine Hände waren tagelang krebsrot vom natürlichen Pektin der bitteren Frucht. (Einer der Gründe warum ich Fruchtsäure-Peelings und herkömmliche Kosmetikinstitute meide wie der Teufel das Weihwasser.) Alle Töpfe, Gläser in Verwendung und die Küche ein Saustall. Alles klebte vom Boden bis zum Kühlschrank. Unzählige Geschirrtücher mit gelben Flecken in der Waschküche …

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Und perfekt war sie dennoch nicht.

Ich hatte alle Literatur, die nötig war. Katharinas 2 Tages Rezept vom Blog, neben dem CITRUS Kochbuch und zur Sicherheit auch noch das Rezept von Dan Lepard, der nicht ohne Grund den Untertitel:

‚the devil is in the detail‘,

wählte. Zusätzlich hatte ich tagelang diverse Blogs im Internet durchforstet, und #protipps von Engländerinnen gelesen.

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Die Marmelade war beim ersten Versuch geschmacklich genau so wie ich es gerne habe. Bitter, kaum süss, aber weit entfernt von fest. Nach einem Hilferuf empfahl Österreichs Citrus-Göttin:

Raus aus den Gläsern und weiter kochen.

Es wurde besser.

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3.Versuch: Ich fügte noch ein weiters halbes Kilo gekochte und geschnittene Orangenschalen und die Essenz vom Albedo hinzu. dann gab ich auf. Die Farbe ist ein Traum, sowohl im Dunkeln als auch bei Tageslicht. Fest ist sie trotzdem nicht.

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Fazit: Ich esse jetzt mein Frühstücksbrot mit Messer und Gabel. Und wenn die 10 Gläser verbraucht sind kaufe ich wieder Orangen Marmelade. Gerne auch um 10 Euro das Glas.

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Etiketten habe ich trotzdem produziert. Mit Hesperia und Arethusa als Hintergrundbild. Denn es heisst:

*Den Hesperiden war von Hera der Baum mit den goldenen Äpfeln anvertraut worden, dessen Früchte nur die Götter genießen durften. Da die Schwestern aber gelegentlich Früchte für sich abgezweigt hatten, wurde auch noch der Drache Ladon als Bewacher davor gesetzt. Im 16. und bis ins 18. Jahrhundert galten Orangen als Äpfel der Hesperiden. (Statue von Hagenauer – Werkstatt Beyer)

Das passt doch!

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Schoenbrunn Palace. A walk in the Park

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2 Gedanken zu “Sisi Pomeranzen, ein steiniger Weg zur perfekten Marmelade

  1. ah geh, so ein jammer. aber das ist ganz vielen leuten letztes jahr so gegangen, auch dem zitrusgärtner und der schwiegermama und einer sehr guten freundin. der pektingehalt ist je nach sorte/reife wohl auch unterschiedlich. und da viele der pomeranzenbäume sehr alt sind, wissen wir auch keine sorten. beim nächsten mal: beim erneuten aufkochen evtl. etwas pektin dazu.

    1. Ich möchte die Erfahrung auf keinen Fall missen, und den Geruch auch nicht. Ob ich es noch einmal probieren möchte? Ich glaub nicht. 😉 Aber so halte ich es auch mit vielen Mehlspeisen, obwohl ich wirklich gerne backe. Ich möchte dann schon, dass es schmeckt und ausschaut wie es im Optimalfall sein soll. Zum Glück wohne ich ja in einer Stadt mit guten Bäckern und Feinkostläden.

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